Bruckneudorf – Volksschule in der "ERBSE"

19.06.2019


Vor kurzem wurde zur Pressekonferenz nach Bruckneudorf geladen, um über die Pläne des neuesten Projektes in der "Erbse", der neuen Volksschule, zu berichten. 

Eingebaut in das denkmalgeschütztes Gebäude entsteht mit in einer ersten Ausbaustufe eine Volksschule mit 8 Klassen. (Erweiterbar auf 10 Klassen bzw. Integration Musikschule), außerdem 2 Klassen für eine Ganztagesschule mit Nachmittagsbetreuung, ein Speisesaal, ein Turnsaal, Kreativräume, Freibereiche, etc..

Zweite Nutzungsmöglichkeit: ein Kultur Quartier mit Veranstaltungssaal und angeschlossener Gastronomie (nicht gewerblich!).

Das Bundesdenkmalamt hat entschieden, dass die Erhaltung der ehemaligen Erbsenschälerei in Bruckneudorf im öffentlichen Interesse gelegen ist.

Das 1896 als k.u.k. Militär-Konservenfabrik Carl Littmann & Comp. errichtete Objekt, dokumentiert auf anschauliche Weise die Erfordernisse der Lebensmittelversorgung eines großen Heeres um 1900 und zeigt mit der ausgeprägten architektonischen Gestaltung den Stellenwert der Fabrik zu dieser Zeit.
Es ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele des romantischen Industriebaues in Österreich

Mit kaiserlicher Entschließung vom 20.4.1866 entstand im damaligen Gemeindegebiet von Bruck an der Leitha ein neues Truppenlager für die österreichisch-ungarische Armee.
1896 ließ die Heeresverwaltung vom Wiener Fabrikanten Carl Littmann eine Konservenfabrik errichten, die k.u.k. Militär-Konservenfabrik Carl Littmann & Comp., die Baumeisterarbeiten führte Rudolf Breuer durch, Bauleiter war der k.u.k. Militärbauingenieur Ignaz Ströher.

Nach der Eröffnung 1897 fanden vorerst 150 Arbeiter Beschäftigung in der Fabrik, in der Zeit des 1. Weltkriegs wuchs die Zahl auf bis zu 3.000 Arbeiter an, welche in 3 Schichten in der Konservenproduktion tätig waren.

Ab 1910 führte der Wiener Großindustrielle Bernhard Wetzler den Betrieb. Nach dem Kriegsende wurde 1918 die Fabrik geschlossen. In der Folge waren verschiedene Firmen im Gebäudekomplex untergebracht.

Ab 1948 erzeugt die Burgenländische Landesprodukten Verarbeitung AG. Gemüsekonserven, 1957 übernimmt die Firma Phönix den Betrieb, 1968 die Konservenfirma Felix, welche bereits 1969 den Betrieb stilllegt.

Heute existieren in der ehem. Konservenfabrik Geschäfte, Büros und Wohnungen.
Die ehem. Erbsenschälerei wird teilweise auch von einem Kulturverein genutzt.

Der planende Baumeister Rudolf Breuer war auch an der Ausführung des Wilhelminenspitals in Wien und der Postsparkassa von Otto Wagner in Wien beteiligt.

Objektbeschreibung:

An der Gärtnergasse über L-förmigem Grundriss errichtetes zwei- bis dreigeschossiges Objekt mit Walmdach und flach geneigtem Satteldach.
Hofseitig eingeschossiges Kesselhaus mit Schornstein und Wasserturm.
An der südwestlichen Schmalseite eingeschossiger Wintergartenbau mit großformatigen Fensteröffnungen.
Die Fassaden sind im Sinne des Späthistorismus gegliedert, weisen aber auch Züge der ungarischen Jahrhundertwende-Architektur auf.
Die innere Tragkonstruktion besteht aus Eisen- und Holzstützen, sowie hölzernen Decken.
Im südwestlichen Gebäudeteil Massivstiege samt Eisengeländer mit Holzhandlauf, weiters Wohnräume.
Hofseitig gibt es einen neuen Zugangsbereich mit behindertengerechter Rampe, hier im Inneren ehem. Trockenofen.
Im Dachgeschoss befinden sich Maschinen der ehem. Erbsenverarbeitung.





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